140627GrundsetinHarburg – Die IBA Hamburg wirkt – auch im Jahr nach ihrer Abschlusspräsentation. Sie hat es geschafft, kreative mutige Köpfe auf historischem Grund im Harburger Binnenhafen

zusammenzubringen und gemeinsam das Projekt „Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal“ zu starten. Jetzt ist der Grundstein gelegt worden, bis Ende sollen im ersten Bauabschnitt 61 nach Ideen der international renommierten Kopenhagener Architekten der Bjarke Ingels Group 61 anspruchsvolle Wohnungen entstehen. Der Verkauf läuft, die Nachfrage ist groß.

Eine der kreativen und mutigen Köpfe ist Dr. Jan Behrendt, geschäftsführender Gesellschafter von Behrendt Wohnungsbau. Er hat sich nie davon abschrecken lassen, dass Harburg als schwieriger Wohnungsmarkt gilt – mit großem Charme, bester Infrastruktur, aber immer noch mit eher unterdurchschnittlichem Ruf. „Die idyllische Lage am Kaufhauskanal und die Nachbarschaft zum Channel Hamburg vis à vis der Harburger Altstadt begeistern uns“, sagt Behrendt. Mit ihrem schachbrettartigen städtebaulichen Entwurf und ihrer skulpturalen Formensprache gelinge es den dänischen Architekten, die Nachbarschaft der alten, windschiefen und denkmalgeschützten Fachwerkhäuser auf beeindruckende Weise neu zu interpretieren und den traditionsreichen und aufstrebenden Harburger Binnenhafen um eine weitere Attraktion zu bereichern.

Ein anderer kreativer und mutiger Kopf ist – das muss den Harburgern nicht mehr gesagt werden – Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Helms-Museums und Landesarchäologe von Hamburg. Er hat es geschafft, trotz vieler Begehrlichkeiten von allen Seiten 140627Montagein aller Ruhe an der Harburger Schloßstraße direkt neben dem Baugrund in Harburgs Vergangenheit zu wühlen. Weiss: „Und trotzdem ist bei den Investoren wohl niemals der Eindruck entstanden, wir Ausgraber stehen irgendjemandem im Wege.“ Dabei sei dieser Ort nicht irgendein Ort, vielmehr sei die Grabung am Kaufhauskanal für die Archäologen wie das Lesen in einem spannenden Geschichtsbuch unter der Erde, denn das Gebiet um das Harburger Schloss berge ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmalensemble. Hier habe vor über 1.000 Jahren die Entwicklung Harburgs von der Burg zur Stadt. begonnen.

Kreativ und mutig waren auch IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg und Karen Pein, IBA-Projektleiterin für Harburg. Für sie ist das Projekt am Kaufhauskanal ein weiterer Lösungsvorschlag für die Entwicklung von Metrozonen, bei denen das „Sowohl als auch“ im Mittelpunkt steht. Hier gilt es, ein verträgliches Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten zu entwickeln. Dieser Standort bietet nicht nur die Nähe zu hochwertigen Arbeitsplätzen im Channel Hamburg und eine attraktive Lage am Wasser, er wird zugleich auch von der nahen Verkehrsmagistrale B73/Eisenbahn „belästigt“. Eine Herausforderung für kreative und mutige Projektentwickler!

Bei all dem hätten auch alle Hamburger Behörden kreativ mitgewirkt, betonte Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau und lobte ganz besonders das Bezirksamt Harburg. Dessen  Chef hätte das sicher gerne gehört, Thomas Völsch hatte aber zur gleichen Zeit einen Termin in der „BASFI“, der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Auffallend: Bei dieser Grundsteinlegung war die Harburger Kommunalpolitik kaum vertreten, nur Jürgen Heimath (SPD) und Martin Hoschützky (CDU) wurden gesichtet. Dabei stimmt es, was Dr. Jan Behrendt gesagt hat: Das Quartier am Kaufhauskanal wird eine weitere Attraktion für den Harburger Binnenhafen. ag