140205CzechHarburg – Nun ist es raus: Der Bürgerschaftsabgeordnete Matthias Czech (Foto) will neuer Kreisvorsitzender der Harburger SPD werden. Was  harburg-aktuell schon

am 13. Januar gemeldet hatte, ist jetzt offiziell. In einer Sitzung des SPD-Kreisvorstands hat der Lehrer an der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg seinen Hut in den Ring geworfen. Ende März will er gegen den amtierenden Kreischef und stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden Frank Richter  antreten. Als  Unterstützer von Czech gelten der frühere Bezirksamtsleiter Michael Ulrich, aber unter anderem auch die Bezirksabgeordneten Torsten Fuß, Muammer Kazanci und Arend Wiese.

Frank Richter hatte zuvor schon in einem Gespräch mit harburg-aktuell angekündigt: „Ich werde mich auf jeden Fall wieder um den Kreisvorsitz bewerben.“ Seine erste Reaktion im Kreisvorstand, nachdem Czech seine Kandidatur in einer längeren Rede begründet hatte: „Es ist das gute Recht von Matthias Czech gegen mich zu kandidieren.“

Der Eißendorfer Distriktsvize Olaf Paulsen schwärmt von Czech: „ Er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er es schafft, verschiedene Meinungen zusammenzubringen, Kompromisse zu finden und einen hervorragenden Wahlkampf für die SPD zu führen.“ Der Distrikt Eißendorf habe Czech in Sorge um den innerparteilichen Zusammenhalt der Harburger SPD vorgeschlagen.

Und dann folgt in der Presseinfo der Eißendorfer SPD ein Satz, der nicht ohne ist:  „Verdiente und erfolgreiche Bezirksabgeordnete  wie der Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath, der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses Muammer Kazanci oder der Neuenfelder Günter Piehl fielen bei den Aufstellungen in den Wahlkreisen Zufallsmehrheiten zum Opfer.“ Da werden sich viele Genossen fragen, ob da nicht recht scheinheilig Ursache und Wirkung vertauscht worden sind. Immerhin waren es die „Fuß-Truppen“, die dafür sorgten, dass mit Hilfe von 46 Neumitgliedern die Verhältnisse im Distrikt Harburg-Mitte auf den Kopf gestellt wurden und dass statt des „verdienten und erfolgreichen“ Fraktionsvorsitzenden Jürgen Heimath plötzlich Martin Semir Çelik, Geschäftsführer des Platinum Eventcenters, als Spitzenkandidat für den Wahlkreis Harburg/Neuland/Gut Moor aufs Schild gehoben wurde.

Die These, Muammer Kazanci sei das „Opfer von Zufallsmehrheiten“, taugt allenfalls zur Legendenbildung. Kazanci hat als Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses nicht nur inhaltlich Akzente gesetzt, er hat auch einen eigenen Stil gefunden, den Ausschuss zu führen. Das hat ihm Respekt verschafft, den er zumindest parteiintern durch intensive Beteiligung an Machtspielchen hinter den Kulissen und mit falschen Freunden zum Teil wieder verspielt hat. Bei der Kür der Wahlkreiskandidaten in Heimfeld war nicht alles Zufall!

Günther Piehl wiederum hat vieles durch seine gelegentlich schroffe Art verspielt. Der „Mann, der zum Lachen in den Keller geht“  genießt in Neuenfelde als engagierter Kommunalpolitiker und „ehrliche Haut“ durchaus Respekt. Ein Charismatiker ist er weiß Gott aber nicht.

Bis Ende März wird jetzt noch um jeden Delegierten für die Wahl des Kreisvorsitzenden gerungen. Der Distrikt Harburg-Ost muss seine Delegierten noch nominieren, im Homeland der Fuß-Truppen dürfte es keine Überraschungen geben. Auch in Fischbek ist noch was offen, außerdem wählt die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) am Wochenende einen neuen Vorstand. Da sind immerhin vier Delegierte zu holen... ag