130524AppelTalMarmstorf  – Dass man auch ohne Bürgerbegehren die Politiker bremsen kann, haben Astrid Kühnhold und ihre Mitstreiter schon 1993 bewiesen. Mit ihrem Verein „Erhaltet das Appelbütteler Tal“

haben sie sich erfolgreich gegen eine Bebauung von Teilen  des Landschaftsschutzgebiets „Marmstorfer Flottsandplatte“ gewehrt. Begehrlichkeiten gab es reichlich: Anfang der 90er-Jahre sollten die Flurstücke „Kleefeld“ und „Vor der Westerheide“ bebaut werden.
Astrid Kühnhold: „Wir haben damals viele Gespräche geführt –  sachlich, fair und auch mit Verständnis für andere Positionen. Unsere Erfahrung: Man kann in unserer Gesellschaft auch auf diese Weise etwas erreichen. Und: Man muss nicht erst warten, bis die Bagger kommen, um dann Proteste zu organisieren.“

Die Erfahrungen aus jener Zeit haben den Freunden des Appelbütteler Tals geholfen, als rund ein Jahrzehnt später neue Pläne für ein Bebauung auftauchten. Diesmal ging es um knapp 40 Häuser am Rand des Mergell’schen Parks. Der Verein „Erhaltet das Appelbütteler Tal“ wurde wieder aktiv, und wieder im Hintergrund. Dafür machte das politische Gerangel Schlagzeilen. Der (vorläufige) Verzicht auf eine Bebauung wurde sogar im Koalitionsvertrag zwischen CDU und GAL festgehalten.

20 Jahre Bürgerbeteiligung auf die ganz eigene Art – das sei sicherlich ein Grund, einmal inne zu halten und über Vorstellungen und Erfahrungen miteinander zu sprechen, findet Astrid Kühnhold: „Oder auch nur, um zu zeigen, das wir alle noch da sind und für unser Tal Flagge zeigen.“ Deshalb lädt der Verein zu einem Jubiläumstreffen mit Bratwurst und Kuchen am Sonnabend, 25. Mai, ab 11 Uhr an der Ecke Appelbütteler Weg/Schafshagenberg ein. Naturfreunde werden mit naturkundlichen Exkursionen durch das Appelbütteler Tal unter Leitung von Kai Schmille (11.30 bis 14 Uhr und 14.30 bis 17 Uhr, Gebühr: fünf Euro) gelockt. ag