130209PennerJoergHarburg - Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) hat sich schützend vor seinen Baudezernenten Jörg Penner (Grüne) gestellt. Schützen musste er ihn ausgerechnet

vor der Kritik seines Parteifreundes Jürgen Heimath, SPD-Fraktionschef in der Bezirksversammlung. Gegenüber harburg aktuell hatte Heimath dem Dezernenten vorgehalten, immer wieder mit fehlerhaften Entscheidungen für Verzögerungen oder Mehrkosten zu sorgen. Völsch hat jetzt Heimaths Kritik schriftlich widerlegt.

Für CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer war der Bericht von harburg aktuell ein gefundenes Fressen. Streit in der „Regierung“! Das ist die Stunde der Opposition! Deshalb wollte Fischer von Völsch wissen, ob er die Kritik von Heimath teilt. Hätte er das getan, hätte Völsch seinen Mitarbeiter öffentlich gerügt.

Es war klar, dass Völsch versuchen würde, sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Deshalb beginnt seine schriftliche Antwort auf die Anfrage von Fischer mit dem Standardsatz: „Das Bezirksamt sieht in ständiger Praxis davon ab, Äußerungen einzelner Mitglieder der Bezirksversammlung in der Presse zu kommentieren.“ Anschließend geht Völsch Punkt für Punkt auf die Vorwürfe ein, stellt seine Sicht der Dinge da. Allerdings: Heimath hatte Penner unter anderem vorgeworfen, bei der Suche nach einem neuen Standort für die Freiwillige Feuerwehr Harburg sei unnötig Zeit vertan worden, weil Penner irrtümlich davon ausgegangen sei, das Grundstück an der Buxtehuder Straße zwischen Wallgraben und Neu Straße sei ein städtisches Grundstück. In Wirklichkeit sei es aber im Privatbesitz des Tankstellenpächters und der denke nicht daran zu verkaufen.

Ob dieser Vorwurf stimmt, sagt Völsch nicht. Er weist nur darauf hin, dass schon seit 1997 gesucht werde und in dieser Zeit insgesamt 34 Standorte geprüft worden seien. „In Kürze“ werde das Bezirksamt den nächsten Standort vorschlagen.

Heimath hatte dem Baudezernat auch vorgeworfen, sich im Umfeld der „Marinas auf der Schlossinsel“ vermessen zu haben. Deshalb musste der Bootssteg kürzer werden, als in der Baugenehmigung erlaubt. Das kann Völsch tatsächlich widerlegen: „Für nautische Belange ist nicht das Bezirksamt, sondern das Oberhafenamt zuständig.“ Da die Baugenehmigung noch nicht rechtskräftig war, konnte sie auch entschädigungsfrei nachträglich geändert werden.

Schließlich hatte Heimath Penner auch das Desaster mit den zu schmalen Zufahrtsstraßen für da BGZ Neugraben vorgehalten. Auch das kann Völsch widerlegen: „Ursprünglich sollten dort, wo das BGZ steht, Wohnungen gebaut werden. Dafür wären die Straßen breit genug.“ Der Plan sei erst geändert worden, als die Zufahrtsstraßen schon fertig waren.

Und was sagt Jörg Penner zu allem? Er möchte das nicht kommentieren, sagt nur: „Wir machen sicher auch mal Fehler.“ ag